DaVinci Resolve Clip-Vorauswahl: Der schnellste Weg zum fertigen Film

Wenn du in DaVinci Resolve sofort alle Clips ungefiltert in die Timeline ziehst, wird dein Videoschnitt unnötig kompliziert. Mit einer sauberen Vorauswahl arbeitest du später deutlich schneller und behältst jederzeit den Überblick.

Warum die Clip Vorauswahl deinen Videoschnitt komplett verändert

Die meisten Einsteiger öffnen DaVinci Resolve, importieren ihre Videoclips und ziehen anschließend einfach alles in die Timeline. Erst dort beginnen sie, einzelne Szenen zu kürzen, Anfang und Ende zu trimmen und nach brauchbaren Stellen zu suchen. Genau dadurch entsteht später das Gefühl, im eigenen Material unterzugehen. Die Timeline wird immer länger, der Überblick geht verloren und aus einem eigentlich kleinen Urlaubsfilm wird plötzlich ein Projekt, das sich über viele Abende hinzieht.

Profis arbeiten deshalb genau andersherum. Sie treffen zunächst eine saubere Vorauswahl und bringen anschließend nur die besten Szenen in die Timeline. Dadurch wird der eigentliche Videoschnitt deutlich übersichtlicher und wesentlich schneller. Genau diese Arbeitsweise unterstützt DaVinci Resolve mit der Clip Vorauswahl hervorragend.

So funktioniert die Clip Vorauswahl in DaVinci Resolve

Die Vorauswahl erfolgt nicht in der Timeline, sondern bereits im Vorschaufenster der Mediathek. Dort ziehst du einen Clip hinein und kannst ihn entweder mit der Leertaste abspielen oder den Playhead direkt an die gewünschte Stelle bewegen. Sobald du den Anfang deiner gewünschten Szene gefunden hast, setzt du mit der Taste I den sogenannten Inpoint. Das I steht dabei für In, also den Startpunkt deines späteren Clips.

Im Vorschaufenster erscheint nun eine Markierung und der ausgewählte Bereich wird farblich hervorgehoben. Das Schöne daran ist, dass du diesen Punkt jederzeit wieder verändern kannst. Du musst dich also nicht sofort endgültig festlegen.

Hast du anschließend das Ende deiner gewünschten Szene gefunden, setzt du mit der Taste O den Outpoint. Auch hier verändert sich die Anzeige sofort. Jetzt zeigt DaVinci Resolve nicht mehr die Länge des ursprünglichen Videoclips an, sondern nur noch die Dauer deiner Auswahl.

Nur die besten Szenen landen in der Timeline

Sobald Anfang und Ende festgelegt sind, ziehst du den Clip einfach in die Timeline. Dabei übernimmt DaVinci Resolve ausschließlich den ausgewählten Bereich. Genau dadurch entsteht bereits beim ersten Arbeitsschritt ein Best-of deiner Aufnahmen.

Der eigentliche Vorteil zeigt sich jedoch erst später. Du musst dich während des Schnitts nicht ständig durch lange Rohclips arbeiten, sondern beschäftigst dich nur noch mit Material, das du tatsächlich verwenden möchtest. Alle unwichtigen Stellen bleiben von Anfang an außen vor.

Warum diese Arbeitsweise so viel Zeit spart

Viele Hobbyfilmer glauben, sie könnten ihre Clips später in der Timeline genauso gut kürzen. Rein technisch stimmt das natürlich. Praktisch kostet dieser Ansatz jedoch enorm viel Zeit. Während der eigentlichen Schnittphase solltest du dich möglichst immer nur auf einen einzigen Arbeitsschritt konzentrieren.

Zuerst suchst du die besten Szenen heraus. Danach ordnest du sie. Anschließend kümmerst du dich um Musik, Texte, Farbkorrektur und alle weiteren Bearbeitungsschritte. Genau dieser klare Workflow verhindert, dass du ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und herspringst.

Je konsequenter du diese Reihenfolge einhältst, desto schneller wirst du mit jedem neuen Film.


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Mehrere Timelines machen dein Projekt deutlich flexibler

Sobald der erste Clip in die Timeline gezogen wird, legt DaVinci Resolve automatisch eine neue Timeline an. Diese kannst du sofort sinnvoll benennen, idealerweise passend zu deinem Projekt. Viele Einsteiger wissen gar nicht, dass innerhalb eines einzigen Projekts problemlos mehrere Timelines existieren können.

Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn du verschiedene Schnittversionen ausprobieren möchtest. Vielleicht möchtest du eine kurze Version für Instagram erstellen und zusätzlich einen längeren Familienfilm. Oder du möchtest einfach verschiedene Ideen testen, ohne deine ursprüngliche Version zu verändern.

Eine neue Timeline erzeugst du ganz einfach per Rechtsklick in der Mediathek oder über den Tastaturbefehl Command + N beziehungsweise Strg + N. Zwischen den verschiedenen Timelines wechselst du anschließend bequem per Doppelklick oder über das Auswahlmenü am oberen Rand.

Die Vorauswahl bleibt dauerhaft gespeichert

Ein weiterer großer Vorteil der Clip Vorauswahl besteht darin, dass DaVinci Resolve deine Markierungen speichert. Sobald du für einen Clip einen In- und Outpoint gesetzt hast, bleibt dieser Bereich dauerhaft erhalten. Bereits in der Mediathek erkennst du später sofort, welche Clips schon vorbereitet wurden.

Dadurch kannst du deine Vorauswahl problemlos unterbrechen und später genau dort weitermachen, wo du aufgehört hast. Gerade bei größeren Projekten mit vielen hundert Aufnahmen ist das ein enormer Vorteil.

Entrümple deine Mediathek schon vor dem eigentlichen Schnitt

Wenn du deine Vorauswahl abgeschlossen hast, solltest du noch einen weiteren Schritt erledigen. Lösche konsequent alle Clips, die garantiert nicht mehr benötigt werden. Verwackelte Aufnahmen, komplett misslungene Szenen oder versehentliche Aufnahmen kosten später nur Zeit und erschweren den Überblick.

Je sauberer deine Mediathek organisiert ist, desto entspannter wird der eigentliche Videoschnitt. Schließlich musst du nicht jedes Mal überlegen, ob sich zwischen zehn schlechten Aufnahmen vielleicht doch noch eine brauchbare Szene versteckt.

Der eigentliche Engpass liegt selten bei der Software

Viele glauben, sie würden beim Videoschnitt durch fehlende Funktionen ausgebremst. Tatsächlich liegt das Problem meistens woanders. Die eigentliche Bremse ist oft ein fehlender Arbeitsablauf. Ohne klare Reihenfolge springt man ständig zwischen Clipauswahl, Musik, Farbkorrektur, Texten und Effekten hin und her. Genau dadurch dauert selbst ein kurzer Urlaubsfilm plötzlich viele Stunden.

Die Clip Vorauswahl ist deshalb weit mehr als nur eine Funktion in DaVinci Resolve. Sie ist der erste Baustein eines professionellen Workflows. Und genau dieser Workflow entscheidet später darüber, ob dein Film tatsächlich fertig wird oder monatelang als unfertiges Projekt auf der Festplatte liegen bleibt.

Ein einfacher Workflow schlägt tausend Funktionen

Nach fast zwei Jahrzehnten Videoschnitt bin ich von einer Sache überzeugt: Nicht die Anzahl der Funktionen macht dich schnell, sondern die Reihenfolge, in der du sie einsetzt. Genau deshalb arbeite ich seit vielen Jahren mit einem festen 10-Schritte-Workflow, von dem ich praktisch nie abweiche.

Wenn du lernen möchtest, wie du Urlaubs- und Familienfilme an einem einzigen Abend fertig schneidest, dann solltest du dir mein kostenfreies Videoschnitt-Workflow-Webinar anschauen. Dort zeige ich dir Schritt für Schritt, wie professionelle Cutter arbeiten und wie du dieses System ganz einfach auf deine eigenen Filme überträgst – unabhängig davon, ob du gerade erst mit DaVinci Resolve beginnst oder bereits Erfahrung gesammelt hast.

Bis dahin: Filme deine Lieben und liebe deine Filme.


 

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Christian Sunderdiek

Über den Autor

Christian Sunderdiek ist Profi-Filmemacher und hat über 18 Jahre Erfahrung im Filmen und im Videoschnitt. Für die Leser dieses Blogs gibt er regelmässig kostenfreie Webinare für Hobby-Filmer.


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